HPC Mobil
Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause
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Vernetzung

An der Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen zu Hause sind neben der mobilen Pflege und Betreuung und den An- und Zugehörigen diverse andere Berufsgruppen und Institutionen beteiligt. Dazu zählen in Wien als Projektort unter anderem die AllgemeinmedizinerInnen, der Fonds Soziales Wien als Fördergeber mobiler Pflege und Betreuung in Wien, das Entlassungsmanagement der Spitäler sowie Mobile Palliativteams. Um die Betreuung Schwerkranker und Sterbender zu verbessern, ist es essentiell Brücken zu diesen mitbetreuenden AkteurInnen zu schlagen. Dies ist im Verlauf des HPC-Projektes auf mehreren Wegen geglückt.

ALLGEMEINMEDIZINERINNEN

Um eine adäquate Versorgung Schwerkranker und Sterbender zu Hause sicherzustellen, ist eine gute Zusammenarbeit der mobilen Pflege und Betreuung mit AllgemeinmedizinerInnen unerlässlich. Diese Zusammenarbeit ist oft durch diverse Faktoren erschwert:

  • Aufgrund wechselnder Pflege- und Betreuungspersonen gibt es für AllgemeinmedizinerInnen oft keine klaren Ansprechpersonen bei den betreuenden Organisationen.
  • AllgemeinmedizinerInnen sind für mobile Pflegepersonen oft schwer telefonisch erreichbar und die Koordination gemeinsamer Hausbesuche gestaltet sich kompliziert.
  • AllgemeinmedizinerInnen haben aufgrund hoher PatientInnenaufkommen wenig Kapazitäten für zeitaufwändige Fälle.
  • Hausbesuche durch AllgemeinmedizinerInnen werden durch die Krankenkassen nur mit niedrigen Tarifen vergütet.
  • Nur wenige AllgemeinmedizinerInnen sind palliativmedizinisch fortgebildet.

„HausärztInnenbrief“ – der Brief für die betreuenden AllgemeinmedizinerInnen

Gemeinsam beratschlagten die HPC-Mobil Projektpartner, wie die Zusammenarbeit mit den AllgemeinmedizinerInnen verbessert werden könnte. Ein gemeinsamer Lösungsansatz war der „HausärztInnenbrief“. Sobald eine mobile Pflege- und Betreuungsorganisation bei einer neuen Klientin bzw. einem neuen Klienten die Betreuung aufnimmt, wird die zuständige Allgemeinmedizinerin bzw. der zuständige Allgemeinmediziner darüber schriftlich informiert. Dafür wurde eine gemeinsame Briefvorlage entwickelt, Sozial Global war dabei federführend. In dem Brief erhält die Allgemeinmedizinerin bzw. der Allgemeinmediziner nicht nur die Information zur Betreuungsübernahme, sondern auch über den/die jeweilge/n AnsprechpartnerIn in der betreuenden Organisation. Die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit wird in dem Brief wie folgt hervorgehoben: „KlientInnen bis zuletzt zu Hause zu pflegen und zu betreuen ist uns ein besonderes Anliegen. Sie als Hausärztin oder Hausarzt sind dafür ein wichtiger Partner und wir wollen deshalb die Zusammenarbeit mit Ihnen weiter fördern.“ Im Anschluss daran folgt auf einem Beiblatt eine kurze Beschreibung des HPC-Mobil-Projektes.

Einladung zu den HPC-Mobil-Fachtagungen

Des Weiteren wurden AllgemeinmedizinerInnen zu den HPC-Mobil-Fachtagungen im November 2016 sowie im November 2017 eingeladen. (Link zu 2.6.)

HausärztInnentag der Wiener Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

Beim HausärztInnentag am 18.3.2017 war das HPC-Mobil-Projekt mit einem Stand vertreten, der von drei Personen aus den Trägern sowie von zwei Vertreterinnen von Hospiz Österreich betreut wurde. Etwa 50 AllgemeinmedizinerInnen aus mehreren Bundesländern nahmen an der Veranstaltung teil.

Beim HausärztInnentag am 17.3.2018 war die Betreuung am Lebensende als Themenschwerpunkt geplant. Das HPC-Mobil-Projekt sollte von VertreterInnen aller Projektpartner präsentiert werden. Leider wurde der HausärztInnentag aufgrund zu niedriger TeilnehmerInnenzahlen abgesagt.

Kooperationstreffen Entlassungsmanagement

Die Optimierung des Nahtstellenmanagements zwischen intramuralem und extramuralem Bereich kann wesentlich zur Verbesserung der Versorgung und der Lebensqualität Schwerkranker beitragen. Dabei spielt die Funktion der EntlassungsmanagerInnen der Krankenhäuser eine zentrale Rolle.

Daher wurde in Absprache mit den Projektpartnern und Hospiz Österreich vom Arbeiter-Samariter-Bund Wien am 23.10.2017 ein Kooperationstreffen zwischen den Kooperationspartnern des HPC-Mobil-Projektes und EntlassungsmanagerInnen organisiert. Im Vorfeld wurden die EntlassungsmanagerInnen aller 24 öffentlichen Wiener Krankenhäuser zu dieser Veranstaltung eingeladen. Schließlich nahmen elf Personen aus neun verschiedenen Spitälern sowie VertreterInnen aller HPC-Mobil-Projektpartner an dem Termin teil.

Das Projekt wurde vorgestellt und die Arbeitsmethoden in den Workshops anhand einiger praktischer Übungen demonstriert. Um gegenseitiges Verständnis zu fördern wurden anschließend die Herausforderungen, die Möglichkeiten und Grenzen der mobilen Pflege und Betreuung diskutiert. In Gruppenarbeiten wurden u.a. die gemeinsamen Ziele des intra- und extramuralen Bereichs in Bezug auf HPC erarbeitet. Diese sind:

  • Die Verbesserung der Lebensqualität Schwerkranker und Sterbender zu Hause sowie die Erfüllung ihrer Bedürfnisse
  • Das Miteinbeziehen von An- und Zugehörigen
  • Die Reduktion sinnloser Krankenhaus(wieder)einweisungen

Die teilnehmenden EntlassungsmanagerInnen äußerten sich sehr positiv über das Projekt und den gemeinsamen Informationsaustausch. Einigkeit herrschte darüber, dass auch andere Organisationen des extramuralen Bereichs dringend an dem Projekt teilnehmen sollten. Für die weitere Zusammenarbeit zwischen den EntlassungsmanagerInnen und den HPC-Mobil-Projektpartnern wurde der kontinuierliche Informationsaustausch über Telefon und E-Mail als wesentlich erachtet. Außerdem konnte festgelegt werden, dass weitere Vernetzungstreffen jährlich stattfinden sollten.

Vernetzungstreffen mit dem FSW

Der Fonds Soziales Wien als Fördergeber für mobile Pflege und Betreuung in Wien spielt eine Schlüsselrolle in der Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen in Wien.

Daher wurden in Absprache mit den Projektpartnern und Hospiz Österreich durch die Caritas der Erzdiözese Wien zwei Vernetzungstreffen mit dem FSW organisiert, bei denen VertreterInnen aller HPC-Mobil-Partnerorganisationen sowie von Hospiz Österreich anwesend waren.

Das erste Treffen mit dem FSW fand am 20. September 2017 im Beratungszentrum Nord-Ost in der Rudolf-Köppl-Gasse 2 im 22. Wiener Gemeindebezirk in angenehmer Atmosphäre statt. Die teilnehmenden FSW-Case ManagerInnen haben selbst regelmäßigen Kontakt zu KlientInnen und waren mit den Herausforderungen in der Betreuung Schwerkranker vertraut. Sie zeigten großes Interesse an dem Projekt und fragten gezielt nach. Klar wurde formuliert, dass Unterstützung seitens des FSW deutlich zum Erfolg des Projektes beitragen kann.

Am 9. Jänner 2018 wurde das zweite Vernetzungstreffen beim FSW, diesmal in der Guglgasse 7-9 im 3. Wiener Gemeindebezirk in den Räumlichkeiten des Fachbereichs Pflege, abgehalten. Erfreulicherweise waren auch Mag.a Eva Hollerweger vom NPO-Institut, zuständig für die Evaluierung im Projekt, sowie Peter Willroider, Bereichsleitung des Fachbereichs Pflege und Betreuung vom FSW sowie einige seiner Kolleginnen bei dem Termin anwesend. Nach der Projektpräsentation wurden Fragen vor allem zur Nachhaltigkeit des Projektes diskutiert. Die Notwendigkeit der Flexibilisierung der Betreuungsstundenkontingente bei sterbenden KlientInnen sowie der erhöhte Zeitaufwand für die Begleitung An- und Zugehöriger wurden thematisiert.

Vorstellung HPC Mobil bei einem Treffen des WiHoP

Um die Zusammenarbeit zwischen der Grundversorgung und den spezialisierten Palliativeinrichtungen zu verbessern, wurde das HPC-Mobil-Projekt bei einem Treffen des Wiener Hospiz- und Palliativforums (WiHoP) vorgestellt. Das Forum trifft sich dreimal jährlich, jeweils in den Räumlichkeiten einer anderen Einrichtung. Das Forumtreffen am 03. Oktober 2017 wurde von der CS Caritas Socialis veranstaltet und fand in der Übergangsniederlassung im Otto Wagner Spital im Pavillon 26 statt. Neben Sigrid Beyer von Hospiz Österreich waren auch VertreterInnen der HPC-Mobil-Projektpartnerorganisationen anwesend um einen direkten, aktiven Austausch zu ermöglichen.

Die teilnehmenden VertreterInnen der Wiener Hospiz- und Palliativeinrichtungen zeigten sich aufgeschlossen und interessiert. Die durch das HPC-Projekt initiierten Entwicklungen wurden begrüßt, da dadurch die Arbeit der spezialisierten Einrichtungen unterstützt und ergänzt wird. Herausforderungen in der mobilen Grundversorgung – wie etwa die Zusammenarbeit mit AllgemeinmedizinerInnen und fehlende Betreuung in der Nacht – wurden diskutiert. Die sich ergänzenden Funktionen von Grundversorgung und spezialisierten Einrichtungen wurden hervorgehoben.

Organisationen für mobile Pflege und Betreuung

Durch das Projekt HPC Mobil sind die teilnehmenden Organisationen Arbeiter-Samariter-Bund Wien, Caritas der Erzdiözese Wien, Caritas Socialis und Volkshilfe Wien eng zusammengewachsen. GeschäftsführerInnen, Projektleitungen, TrainerInnen und Palliativbeauftrage aller Projektpartnerorganisationen trafen in regelmäßigen Abständen während der gesamten Projektlaufzeit wiederholt zum gemeinsamen Arbeiten und zum gegenseitigen Austausch zusammen. Gegenseitiges Lernen und die gemeinschaftliche Entwicklung von Ideen und Strategien wurden durch das Projekt bewusst sehr gefördert. Die positiven Auswirkungen dieser engen Zusammenarbeit werden zweifelsohne auch über die Projektzeit hinaus weiterwirken.

Zudem wurden nicht am Projekt teilnehmende Organisation für mobile Pflege und Betreuung zu den HPC Mobil-Fachtagungen eingeladen.

Mitarbeit bei der Adaptierung des VSD Vorsorgedialogs®

Der Beirat Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung beauftragte in seiner Sitzung vom 30.03.2017 Hospiz Österreich, eine ExpertInnengruppe zusammenzustellen, um den für Pflegeheime entwickelten VSD Vorsorgedialog® für die Betreuung zu Hause zu adaptieren.

Mehr dazu

HPC Mobil, das Pilotprojekt zur Integration von Hospizkultur und Palliative Care (HPC) in die Hauskrankenpflege, feiert seinen Erfolg

Am 23. Mai 2018 feierten der Arbeiter Samariter Bund Wien, die Caritas der ED Wien, die Caritas Socialis und die Volkshilfe Wien im Albert-Schweitzer-Haus gemeinsam mit Hospiz Österreich den Erfolg des Pilotprojektes HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause.

Von 2015 bis 2018 haben die vier Wiener Träger unter der Begleitung von Dr. in Sigrid Beyer und Maria Eibel BSc, MAS von Hospiz Österreich und dem Organisationsentwickler Univ. Prof. Dr. Ralph Grossmann gemeinsam an der Integration von Hospizkultur und Palliative Care in die mobile Pflege und Betreuung gearbeitet.

Viel Vorleistung wurde erbracht im Bemühen, den oftmals geäußerten Wunsch der Klientinnen und Klienten, zu Hause zu sterben, besser als bisher erfüllen zu können.

Menschen und Organisationen lernen

Die Organisationen haben ihre Strukturen und Abläufe  verändert, um das Thema dauerhaft im Alltag zu verankern: Palliativbeauftragte und Palliativgruppen sind die Augen und Ohren zum Thema und bleiben es auch nach Projektende. HPC  ist Teil der Teambesprechungen, findet sich im Pflegeprozess und in der Dokumentation wider. Über 1.800 MitarbeiterInnen der Träger wurden von eigens ausgebildeten TrainerInnen in Basiswissen und zur Haltung in Hospizkultur und Palliative Care in Workshops geschult.

Ein besonderer Schwerpunkt war die trägerübergreifende Vernetzung und die Verbesserung der Zusammenarbeit mit anderen externen Betreuungspartnern, da nur gemeinsam eine gute Betreuung und Begleitung am Lebensende gelingen kann, wie den AllgemeinmedizinerInnen, den  EntlassungsmanagerInnen, den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen und natürlich dem FSW. Ebenso wurde an der Entwicklung des VSD Vorsorgedialog Mobil®, einem österreichweiten Instrument der vorausschauenden Planung, mitgearbeitet.

Beachtliche Ergebnisse

Dieser Weg hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass sich die MitarbeiterInnen in ihrer Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen sicherer fühlen. Sie können besser einschätzen, wann die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung einzubeziehen ist, erkennen die Wichtigkeit der vorausschauenden Planung und die Notwendigkeit einer sehr guten Zusammenarbeit mit den AllgemeinmedizinerInnen und setzen es in der Praxis um soweit das derzeit möglich ist.

Die Politik ist gefragt

Das Projekt zeigt aber auch Probleme auf, die weder von den Betreuenden noch von den Trägern zu lösen sind. Hier bedarf es JETZT der Unterstützung von  politischen Entscheidungsträgern. Die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen benötigt

  • Betreuungskontinuität
  • flexible Zeiten
  • eine rasche Bewilligung bei Stundenerhöhungsanforderungen
  • Zeit für die Angehörigen und Vertrauenspersonen
  • Zeit für eine vorausschauende Planung
  • Der VSD Vorsorgedialog Mobil® muss umgesetzt werden können.

Diese Aspekte sind derzeit in der Pflege und Betreuung zu Hause nicht gegeben.

Das Projekt feiert seinen Erfolg

Beim abschließenden Fest betonten sowohl Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, als auch Eva Maria Luger, Geschäftsführerin des Dachverbandes der Wiener Sozialeinrichtungen, den Mut und den großen Einsatz der beteiligten Träger und gratulierten zu den großartigen Ergebnissen. Eva Maria Luger verwies darauf, dass das Projekt Vieles aufgreift und in ersten Schritten umsetzt, was  im Wiener Konzept „Pflege und Betreuung 2030“ formuliert ist.

Der Festakt, gekonnt moderiert von Ricarda Reinisch, bot einen bunten Einblick in das Projekt durch Interviews mit Sigrid Beyer, Ralph Grossmann und den Geschäftsführungen und BereichsleiterInnen der beteiligten Träger, Barbara Wiesbauer-Kriser (Caritas der ED Wien), Petra Hellmich (Arbeiter Samariter Bund Wien), Otto Knapp (Volkshilfe) und Christine Schäfer (Stiftung CS Caritas Socialis).

Erste Zahlen und Fakten aus der Evaluierung wurden durch Eva More-Hollerweger vom NPO Institut der WU Wien präsentiert. Die vollständige Evaluierung liegt im Herbst 2018 vor.

Höhepunkt war die Verleihung der Teilnahme-Zertifikate an die vier Träger durch Waltraud Klasnic.

Einen wunderbaren Rahmen boten die Musik der DJane Kamilla und der Poetry Slam von Sabine Sobotka.

Einladung ins Netzwerk HPC Mobil

Alle anderen Organisationen in Wien und in den Bundesländern sind herzlich eingeladen, Partner im Netzwerk HPC Mobil zu werden.

Tun Sie es für Ihre MitarbeiterInnen und tun Sie es für Ihre KlientInnen und deren Angehörige!

Kontakt Hospiz Österreich: Dr.in Sigrid Beyer, sigrid.beyer@hospiz.at

Ein großer Dank an den Fonds Gesundes Österreich für die Förderung!

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