HPC Mobil
Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause
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Nachhaltigkeit

Alle Träger haben das Projekt HPC Mobil erfolgreich abgeschlossen sowohl in der eigenen Organisation wie auch in der trägerübergreifenden Arbeit. Mit Juni 2018 geht die Weiterführung des Themas (ganz) in die Eigenverantwortung der Trägerorganisationen über. Die Palliativbeauftragten wie die Palliativgruppe, eine für das Thema verantwortliche Person in der Leitung, die Fortführung der Workshops und die Vernetzung mit den anderen Trägern sind essentiell für die Sicherstellung der Nachhaltigkeit. Hier finden Sie einige Statements der Geschäftsführungen/Bereichsleitungen, wie diese das Thema Hospiz und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung in den nächsten fünf Jahren unterstützen wollen.

Mag. Oliver Löhlein
Mag. Petra Hellmich MA

Arbeiter Samariter Bund Wien, Geschäftsführer und Fachbereichsleiterin

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Kundinnen und Kunden mit palliativen Krankheitsbildern von den Spitälern nach Hause entlassen werden. Zusätzlich wächst bei unseren Kundinnen und Kunden der Wunsch, zu Hause zu bleiben und auch dort zu versterben. Daher sehen wir es als unsere Pflicht, langfristig Verantwortung in der Begleitung der Kundinnen und Kunden sowie ihrer Angehörigen und in der Zusammenarbeit mit den HausärztInnen zu übernehmen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Dabei setzen wir einerseits auf eine Grundschulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheits- und Sozialen Dienste. Da es immer wieder Personalwechsel gibt, ist es uns besonders wichtig, diese Schulungen auch nach Projektende ein bis zwei Mal jährlich anzubieten. Andererseits sehen wir es als notwendig an, dass zusätzlich entsprechend spezialisiertes Personal als Träger der Hospiz- und Palliativkultur für die Prozessgestaltung in unserer Organisation zu Verfügung steht.

Im Sinne der Qualitätsarbeit stellen wir sicher, dass auch nach Abschluss des Projektes die interdisziplinäre Palliativgruppe weiterhin regelmäßige Besprechungen abhält, um die Weiterentwicklung in diesem Bereich am Laufen zu halten. Als Stütze für diesen Prozess wurden in der Organisation Palliativbeauftragte ernannt. Wichtig ist uns, diese Hospiz- und Palliativkultur im gesamten Unternehmen abzubilden.

Mag. Christian Klein

Christian Klein

Leiter Bereich Pflege, Caritas der Erzdiözese Wien

Das Kooperationsprojekt HPC-Mobil versucht Menschen ein Sterben Zuhause zu ermöglichen, den eigenen Wünschen entsprechend. Derzeit sterben jedoch fast 70 % aller Menschen in Institutionen, da eine Betreuung Zuhause oft nicht möglich ist. Nur das gemeinsame Zusammenwirken von Angehörigen, multiprofessionellen Pflege- und Betreuungsteams, HausärztInnen und den KundInnen selbst kann dies ermöglichen.

Manchmal werden Betreuungssituationen sehr schwierig; auch dann, wenn die Diagnose einer unheilbaren Krankheit gestellt wird. Die Antwort darauf formulierte ein Pfleger aus unserem Team in Donaufeld einmal sehr schön so: „Palliativpflege heißt nicht: Ich bekomme etwas nicht mehr, sondern: Ich bekomme genau das, was ich will. Nämlich jene Pflege, die mich in dem Lebensabschnitt, in dem ich gerade bin, am besten begleitet.“ Das ist der Kern des Projekts, darum dreht sich alles.

Für die Caritas der Erzdiözese Wien waren die letzten drei Jahre Pilotierung und Implementierung von Hospiz und Palliative Care in unseren Angeboten der Pflege Zuhause eine sehr herausfordernde, aber auch eine im wahrsten Sinne des Wortes WERTvolle Zeit. Wir wollen die hierbei erworbenen Kompetenzen, die erreichten Qualitäten und auch die etablierten erforderlichen Strukturen nachhaltig wirksam weiterführen.

Hierzu gehören wesentlich unsere sechs Palliativbeauftragten und unsere drei ständigen Palliativgruppen. Augenmerk legen wir auch auf Einführungs-Workshops für neu hinzukommende MitarbeiterInnen.

Unter dem Motto „Es ist immer noch mein Leben“ führen wir in nächster Zeit auch ein neues auf die  individuelle  Lebensqualität unserer KundInnen fokussierendes Pflegekonzept ein. Hiervon erwarten wir uns auch einige Impulse für die Weiterentwicklung von HPC Mobil – beispielsweise durch die vertiefte und regelmäßige aktive Erhebung von Bedürfnissen und Wünschen unserer KundInnen. Auch durch die Einführung eines unterstützenden Modells ethischer Entscheidungsfindung sollen alle Beteiligten gestärkt werden, ein gutes Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

Unverzichtbar ist für uns auch die weitere Vernetzung und der inhaltliche Austausch mit jenen mobilen Trägerorganisationen und Hospiz Österreich, mit denen wir HPC Mobil in den letzten Jahren entwickeln konnten. Genauso wollen wir aus der Kooperation mit dem mobilen Palliativ- und Hospizteams der Caritas weiter lernen.

Mag. Robert Oberndorfer MBA

Robert Oberndorfer

Geschäftsführer CS Caritas Socialis

In der CS Caritas Socialis ist Hospizkultur und Palliative Care in der gesamten Organisation gut verankert und wird in allen Bereichen gelebt. Die CS stellt ihre Strukturen, Prozesse und Ergebnisse darauf ab, diese Kultur zu sichern und sichtbar zu machen z.B. im Einschulungsprozess von neuen MitarbeiterInnen, durch bereichsübergreifende Zusammenarbeit und durch eine jährliche Veranstaltung für MitarbeiterInnen zum Thema Palliative Care.

In den mobilen Diensten erscheint mir wesentlich:

  • Die neue Kultur wird sich in der Praxis bewähren, daher werden die MitarbeiterInnen selbst ein Interesse haben, diese Kultur weiter zu leben – z.B. Indem sie rechtzeitig mittels der vorausschauenden Planung palliative Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt setzen, KlientInnenbesprechungen mit allen beteiligten Personen organisieren, sich selbst fachlich weiterentwickeln, indem sie Palliativzirkel besuchen und Kontakte zur spezialisierten Versorgung halten. Palliative Care wird somit ‚im Blick‘ bleiben.
  • In der Pflege und Betreuungsdokumentation ist der KlientInnenwille festgehalten und sind palliativen Maßnahmen geplant, durchgeführt und dokumentiert.
  • Die MitarbeiterInnen arbeiten mit den Einrichtungen der spezialisierten Hospiz- und Palliativbetreuung eng zusammen, als Leitung fördern und fordern wir diese Zusammenarbeit (z.B. Mobile Palliativteams) ein.
  • Der Bereich bietet regelmäßige Basisschulungen für neu eintretende MitarbeiterInnen
  • Der dauerhafte Erhalt einer Durchschulungsquote von 80% scheint mir nicht zentral (oder eine Vorgabe, dass die Schulung innerhalb der ersten 3 Monate zu machen ist)  – für die nachhaltige Sicherung der Hospizkultur im Bereich ist es jedenfalls notwendig, dass neue MitarbeiterInnen den HPC Mobil Workshop im ersten halben Jahr absolvieren.
    Diese Schulungen könnten durchaus trägerübergreifend sein, damit vernünftige Gruppengrößen gegeben sind.
  • Die nachhaltige Sicherung von Hospizkultur und Palliative Care wird durch die Palliativbeauftragten und die Palliativgruppe gewährleistet, sie erheben

Ing. Otto Knapp

Ing Otto Knapp

Volkshilfe Wien

Seit mehr als 70 Jahren ist die Volkshilfe (Wien) traditionell mit sozialen Diensten, wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege in der Regelbetreuung älterer und hochbetagter Menschen zu Hause tätig. Die praktische Erfahrung zeigte, dass die üblichen Mechanismen am Ende des Lebens mit dem sogenannten Drehtüreffekt (wiederkehrende kurze Krankenhausaufenthalte, die vermeidbar wären) an den Bedürfnissen der zu Hause gepflegten Menschen vorbei gehen.
Um diese unnötigen Krankenhauseinweisungen zu minimieren, ist es wichtig, dass bei allen MitarbeiterInnen in allen Organisationsebenen ein konstruktiver Umgang mit dem Wunsch der betreuten Menschen, möglichst lange zu Hause leben und eventuell auch sterben zu können, erwirkt wird.

Die Volkshilfe Wien trägt aber auch zahlreiche Sozialprojekte für Menschen, die von gesellschaftlicher Exklusion bedroht sind.

In den beiden Sozialbetreuten Wohnhäusern finden Menschen Unterkunft, die häufig derart von ihrem jahrelangen gesundheitswidrigen Lebenswandel geprägt sind, dass sie immer wieder ihre letzten Lebenstage in den Einrichtungen verbringen. Die Grundhaltung die mit der Hospiz und Palliative Care Haltung einhergeht, findet nun auch in diesem Bereich Platz und wird von mehreren ausgebildeten Mitarbeiterinnen speziell getragen und unterstützt.

Die konkreten Maßnahmen, welche die Hospiz- und Palliative Care Haltung nachhaltig absichern werden:

  1. Implementierung eines Palliativbeauftragten als Stabstelle bei der Pflegedienstleitung. Der Palliativbeauftragte ist Akademischer Palliativexperte, Abschluss einer entsprechenden Qualifikation auf der medizinische Privatuniversität Paracelsus, 2014. Seine Stelle ist budgetär für die nächsten 5 Jahre vorgesehen.
  2. Die HPC Workshops werden auch nach der Projektzeit fixer Bestandteil der internen Fortbildungsangebote für alle MitarbeiterInnen sein
  3. Insgesamt 4 MitarbeiterInnen der Volkshilfe in leitenden und beratenden Funktionen schlossen am IFF einen Internationalen Palliativlehrgang ab und setzen ihr Wissen und ihre Expertise in der Organisation kontinuierlich ein.
  4. Die für die Heimhilfe-Ausbildungslehrgänge verantwortliche Mitarbeiterin ist eine der AbsolventInnen. Sie konnte bereits die Inhalte des Lehrgangs entsprechend dem Palliativen Ansatz anpassen.
  5. Ein Lernen voneinander wird bereichsübergreifend ermöglicht und gewünscht.
  6. Im Sinn der Nachhaltigkeit wird außerdem von allen 4 Projektträgern eine weitere Vernetzung und Zusammenarbeit nach Projektende stattfinden. In diesem Rahmen können weitere Maßnahmen notwendiger Öffentlichkeitsarbeit geplant und verfolgt werden.

Schlussendlich kann die Nachhaltigkeit nur gelingen, wenn es entsprechende Rahmenbedingungen durch die Fördergeber gibt.

Policy Paper

Entwicklungsgruppe und Steuergruppe fassten in einem „Policy paper“ die Kernpunkte von HPC Mobil zusammen und beschrieben, was benötigt wird, um auch in Zukunft Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause nachhaltig anzubieten.

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